Montage eines Schiebetors – welche Fundamente werden benötigt?

2026-01-15
Montage eines Schiebetors – welche Fundamente werden benötigt?

Das Fundament für ein Schiebetor ist kein Hilfselement – es ist die konstruktive Grundlage des gesamten Systems. Von ihm hängen der ruhige Lauf, die Lebensdauer der Automatik sowie die Sicherheit der Nutzung ab. In der Montagepraxis entstehen die meisten Probleme mit Schiebetoren nicht durch Mängel am Tor selbst, sondern durch ein falsch ausgeführtes Fundament: zu flach, ohne Bewehrung oder nicht korrekt nivelliert.

Im Folgenden stellen wir die technischen Richtlinien vor, die wir in der Montagepraxis bei Schiebetoren von Marciniak anwenden – sowohl bei offenen (Gitter-/Lamellen-) als auch bei geschlossenen Ausführungen.


Warum ist das Fundament für ein Schiebetor ein kritisches Bauteil?

Ein Schiebetor arbeitet in einem freitragenden (konsolartigen) System. Das bedeutet, dass das gesamte Torblatt – einschließlich Gegengewicht – auf zwei Laufwagen ruht, die die Last punktuell in das Fundament einleiten. Bei üblichen Grundstückstoren liegt das Gewicht des Torblatts meist zwischen 300 und 600 kg, bei großen geschlossenen Toren kann es 700–800 kg überschreiten.

Hinzu kommen dynamische Belastungen beim Anfahren und Abbremsen des Torblatts sowie Windlasten. Geschlossene Tore wirken wie ein Segel – bei starkem Wind entstehen erhebliche Torsionsmomente. Das Fundament muss diese Kräfte ohne jegliche Bewegung aufnehmen. Bereits ein Setzen von 2–3 mm im Bereich der Laufwagen kann zu einem Klemmen des Tores oder zu einem ungleichmäßigen Lauf der Automatik führen.


Fundamentarten für Schiebetore – was ist wirklich sinnvoll?

Streifenfundament – die einzig empfohlene Lösung

Das Streifenfundament, ausgeführt über die gesamte Länge des Gegengewichts, ist die Standard- und empfohlene Lösung. Auf ihm werden die Laufwagen sowie der Antrieb montiert. Nur diese Fundamentart gewährleistet eine gleichmäßige Kraftübertragung und die notwendige Steifigkeit des Systems.

In der Montagepraxis ist dies die einzige Lösung, die einen jahrelangen, störungsfreien Betrieb des Tores sicherstellt.

Punktfundament – eine bedingte Lösung

Punktfundamente werden nur selten eingesetzt, ausschließlich bei sehr guten Bodenverhältnissen und leichten Toren. Sie erfordern einen verbindenden Träger sowie eine extrem präzise Nivellierung. Die Fehlertoleranz ist minimal, weshalb diese Lösung in modernen Ausführungen kaum noch verwendet wird.

Betonfertigteile

Fertigteile verkürzen die Bauzeit, schränken jedoch die Anpassung des Fundaments an das jeweilige Tor, die Automatik und die Bodenverhältnisse ein. Daher gelten sie als Nischenlösung.


Fundamentabmessungen – nicht „nach Augenmaß“, sondern technisch korrekt

Länge des Fundaments

Die Fundamentlänge muss die Länge des Gegengewichts berücksichtigen, das in der Regel etwa 40–50 % der lichten Durchfahrtsbreite beträgt. Die Mindestlänge des Fundaments entspricht der halben Durchfahrtsbreite plus 10–20 cm Reserve.

Beispiel:
Tor mit 4,0 m lichter Weite → Fundament mindestens 2,2–2,3 m.

Ein zu kurzes Fundament führt zu Kraftkonzentrationen und beschleunigter Rissbildung im Beton.

Breite des Fundaments

Die Mindestbreite des Fundaments sollte 40 cm betragen, bei schweren und geschlossenen Toren werden 50 cm empfohlen. Dadurch wird ausreichend Platz für Laufwagen, Antrieb und eine sichere Betondeckung der Bewehrung gewährleistet.

Tiefe des Fundaments

Das Fundament muss unterhalb der Frosttiefe liegen:

  • mindestens 80 cm in wärmeren Regionen,

  • bis zu 120 cm in kälteren Zonen.

Zu flach ausgeführte Fundamente reißen fast immer bereits nach den ersten Wintersaisons.


Bewehrung des Fundaments – ein Aufbau, der wirklich funktioniert

Das Fundament für ein Schiebetor muss bewehrt sein. Unbewehrter Beton ist nicht in der Lage, dynamische Lasten aufzunehmen.

Empfohlener Bewehrungsaufbau:

  • Längsbewehrung Ø10–12 mm (mindestens 4 Stäbe),

  • Bügel Ø6–8 mm im Abstand von 20–25 cm,

  • Betondeckung mindestens 5 cm,

  • Abstandhalter zur korrekten Lage der Bewehrung.

Häufige Fehler:

  • Bewehrung liegt direkt auf dem Erdreich,

  • fehlende Bügel,

  • zu dünne Bewehrungsstäbe,

  • nicht eingehaltene Betondeckung.

Empfohlene Betonklasse: C20/25 oder höher.


Fundament für den Antrieb – Toleranzen, die nicht überschritten werden dürfen

Der Schiebetorantrieb muss absolut waagerecht montiert werden. Die zulässige Toleranz beträgt maximal ±1 mm über die Länge der Antriebsgrundplatte. Größere Abweichungen führen zu einem ungleichmäßigen Lauf der Zahnstange und zu vorzeitigem Verschleiß des Getriebes.

Der Antrieb sollte:

  • in der Achse der Zahnstange positioniert sein,

  • auf einem Fundament sitzen, das integraler Bestandteil des Streifenfundaments ist,

  • mit zuvor vorbereiteten Kabeldurchführungen (Schutzrohre) ausgestattet sein.

Die Montage des Antriebs „auf Pflastersteinen“ oder auf einem separaten Block ist ein schwerwiegender Fehler.


Bodenverhältnisse – wie wird das Fundament an den Untergrund angepasst?

Bei lehmigen Böden ist erforderlich:

  • größere Fundamenttiefe,

  • solide Bewehrung,

  • Vermeidung von Betonarbeiten im wassergesättigten Boden.

Bei sandigen Böden ist entscheidend:

  • schichtweises Verdichten des Untergrunds,

  • ein stabiler Unterbau.

Bei hohem Grundwasserspiegel ist notwendig:

  • eine Drainage auszuführen,

  • eine Entwässerungsschicht einzubauen,

  • gegebenenfalls das Fundamentniveau anzuheben unter Einhaltung der Frosttiefe.

Das Ignorieren der Bodenverhältnisse führt nahezu immer zu Setzungen des Fundaments.


Wie muss ein korrekt ausgeführtes Fundament vor der Tor-Montage aussehen?

Vor der Montage des Tores muss das Fundament folgende Anforderungen erfüllen:

  • es ist perfekt nivelliert,

  • der Beton hat seine volle Festigkeit erreicht (mindestens 14–28 Tage),

  • Kabeldurchführungen für die Automatik sind vorbereitet,

  • keine Risse oder Ausbrüche sind sichtbar,

  • eine Dehnfuge zum Einfahrtsbelag ist vorhanden.


Häufigste Fehler, die zu Torstörungen führen

Die meisten Probleme entstehen durch:

  • zu flaches Fundament,

  • fehlende Bewehrung,

  • fehlende Längenreserve für das Gegengewicht,

  • Montage des Antriebs außerhalb des Streifenfundaments,

  • fehlende Dehnfuge an der Einfahrt.

Jeder dieser Fehler führt zu kostspieligen Nacharbeiten.


Zusammenfassung – das Fundament ist eine Investition, kein Kostenfaktor

Ein korrekt ausgeführtes Fundament für ein Schiebetor garantiert einen leisen, gleichmäßigen und störungsfreien Betrieb über viele Jahre. An diesem Bauteil zu sparen lohnt sich nicht, da eine nachträgliche Korrektur nach der Tor-Montage aufwendig und teuer ist.

Deshalb betrachten wir bei Marciniak Ogrodzenia das Fundament stets als integralen Bestandteil des Torsystems und nicht als separaten Bauabschnitt.

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